Schutz der baulichen Infrastruktur vor außergewöhnlichen Einwirkungen

Inhalt

Die Veranstaltung "BAU-PROTECT" befasst sich mit den folgenden Themenschwerpunkten:


Sicherheitspolitik, Entwicklung zukünftiger Gefahrenpotenziale


Gefährdung und Risiko

Die Zerstörung von Bauwerken und Einrichtungen durch Unfälle, Katastrophen oder terroristische Anschläge kann enorme Personen- und Vermögensschäden zur Folge haben. Untersuchungen von Schadensereignissen haben gezeigt, dass Gefährdungen von Gebäuden und die potenziellen Schadensauswirkungen häufig nicht erkannt oder falsch eingeschätzt werden.
Der Workshop „BAU-PROTECT“ vermittelt Grundlagen zu diesem breiten Themenfeld. Dabei wird das Vorgehen von der Bedrohungsanalyse über die Risikoanalyse bis hin zur Definition der Einwirkungen dargestellt. Die Veranstalter führen in die komplexen Problemstellungen ein und geben Hilfestellungen zu einer adäquaten Risikonalyse. Hierbei werden auch computergestützte Methoden vorgestellt, die sowohl auf empirischen als auch auf theoretischen Modellen basieren und der effizienten Risikoanalyse dienen.


Analyse von Tragverhalten, Schädigung und Versagen

Ob Neubau oder Bestand, die Analyse des Tragverhaltens unter hochdynamischer Belastung dient der konstruktiven Auslegung und Verstärkung von Gebäuden und Gebäudeteilen. „BAU-PROTECT“ stellt hierfür Möglichkeiten und Verfahren zur Beurteilung und Dimensionierung zur Verfügung. Ob Material, Bauteile, Verbindungsmittel oder ganze Baustrukturen, Schäden sind abzuschätzen, große Verformungen zu berechnen, Resttragfähigkeiten und Nachversagensverhalten zu ermitteln.


Schutztechnologien und Sicherheitstechnik

Präventive oder nachträgliche bauliche Schutzmaßnahmen helfen in vielen Fällen, das Schadensausmaß dynamischer Einwirkungen auf Gebäude zu reduzieren oder gar zu vermeiden. Hierzu gehören:

     - bauliche Schutzmaßnahmen,
     - Gebäudeanordnungen und Schutzabstände,
     - Verhaltensregeln für Nutzer.

Die gezielte Auswahl der im jeweiligen Einzelfall optimalen Sicherheitskonzepte ist ein weiteres Thema des Workshops.

Spezielle Berechnungsmethoden

Ob Beschuss, Kontakt-, Nah- oder Ferndetonation, die Einwirkungen und ihre Wechselwirkungen mit der Struktur erfordern speziell angepasste Berechnungsmethoden. Hydrocodes erlauben es, die zeitliche Entwicklung der Belastungs- und Reaktionsvorgänge realitätsnah und detailliert zu simulieren. Stoßwellenvorgänge und Schäden in Materialien sind berechenbar. Numerische Methoden der Strukturdynamik auf Basis der Finiten Elemente oder Finiten Differenzen werden vorgestellt. Behandelt werden zusätzlich vereinfachte Berechnungsmethoden zur Ermittlung der Tragfähigkeit und Bemessung von Bauteilen unter dynamischen Beanspruchungen.


Spezielle Prüfmethoden

Um bauliche Komponenten hinsichtlich ihrer Schutzwirkung prüfen zu können, bedarf es spezieller experimenteller Methoden.
Die Möglichkeiten der experimentellen Erprobung von baulichen Schutzmaßnahmen bilden einen besonderen Schwerpunkt dieses Workshops.


Schutz gegen asymmetrische Bedrohungen im Ausland

Der Schutz von Infrastruktur ist nie Selbstzweck. Bei der Planung und Errichtung von Schutzmaßnahmen ist es deshalb notwendig, die Maßnahmen des baulichen Schutzes im Kontext mit organisatorischen, technischen und funktionalen Forderungen zu betrachten.
Die Bundeswehr sammelt seit Jahren Erfahrungen bei der Einrichtung und Errichtung von Schutzmaßnahmen im Auslandseinsatz. EMI, WTD 52 und UniBW haben vor allem seit dem 11. September 2001 kritische Infrastrukturen analysiert, Bestandsanlagen ertüchtigt und neu bauliche Anlagen planerisch begleitet. „BAU-PROTECT“ gewährt einen Einblick in die dabei angewendeten Methoden und Techniken. Darüber hinaus werden praktische Lösungen für Schutzmaßnahmen gegen bestimmte Bedrohungen vorgestellt.


Diese Inhalte werden in schriftlich ausgearbeiteten Beiträgen und Vorträgen (Programm) thematisiert.